Hochwasser – Feuerwehren im Bliestal im Dauereinsatz

Massive Niederschläge hilten Feuerwehren im Dauereinsatz. Hochwasser – Feuerwehren im Bliestal im Dauereinsatz

Blieskastel. Glück im Unglück hatte gestern die Bevölkerung der Stadt Blieskastel. Niemand wurde verletzt oder kam körperlich zu Schaden. Dennoch hatten die Löschbezirke der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Blieskastel alle Hände voll zu tun. 65 Alarmierungen innerhalb weniger Minuten brachten den Löschbezirken viel Arbeit. Dies war der größte Hochwassereinsatz der Stadt Blieskastel in den letzten 25 Jahren seit dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 1993.
Die massiven Niederschläge der letzten Tage, angeschwollene Flüsse und durchgeweichte Böden hielten die Blieskasteler Feuerwehren im Dauereinsatz. Insgesamt wurden im Stadtgebiet über 65 Einsatzstellen gemeldet und abgearbeitet.
Zum ersten Einsatz am Donnerstag, den 04.01.2017 alarmierte die Integrierte Leitstelle (ILS) Saarbrücken den Löschbezirk Blieskastel-Mitte um 18.31 Uhr zu einem überfluteten Straßenzug im Stadtteil Alschbach. Hier konnten die Kanaleinläufe die massiven Wassermassen nicht mehr aufnehmen und mussten freigelegt werden. Parallel hierzu wurde eine Garage am Ende der Talstraße vor dem eindringenden Schmutzwasser mit Geröll überflutet. Die Blieskasteler Wehr sorgte schnell für Abhilfe, denn die nächsten Einsatzstellen warteten schon. Nun folgten viele Einsatzstellen parallel, so dass umgehend eine „Örtliche Einsatzleitung“ (ÖEL) in der Feuerwache in Blieskastel-Mitte eingerichtet wurde.
Etwas brisanter gestaltete sich auch eine weitereparallele Einsatzstelle in Niederwürzbach. Hier wurde die Stützmauer eines Wohnhauses unterspült, was zu einer akuten Einsturzgefahr des betroffenen Gebäudes führte. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) sowie des „THW-Fachberaters Bau“ konnten die Einsatzkräfte die Mauer soweit sichern. Der THW-Fachzug baute hierzu eine provisorische Stützmauer auf.
Ein weiterer Einsatzschwerpunkt lag im Stadtteil Webenheim. Hier kämpfte die Feuerwehr parallel zu den anderen Ereignissen mit dem Überlauf eines großen Rückhaltebeckens sowie den steigenden Pegelständen der Blies. Mehrere Keller und Wohnungen liefen voll und mussten ausgepumpt werden. Dazu wurden zahlreiche Gebäude mit Sandsäcken abgesichert. Gleichzeitig wurden durch das Team der „Örtliche Einsatzleitung“ auf der Feuerwache in Blieskastel in Spitzenzeiten bis zu 30 Einsatzörtlichkeiten parallel disponiert.
Aufgrund dieser Einsatzentwicklung und weiterer nötiger Alarmierungen im Stadtgebiet, wurde gegen 20.00 Uhr Vollalarm für die Gesamtstadt mit allen 14 Löschbezirken ausgelöst. Elf Löschbezirke machten sich auf den Weg an die unterschiedlichen gemeldeten Einsatzstellen, während drei weitere Einheiten die Bereitschaft für Folge- und Prioritätseinsätze sowie den Brandschutz im Stadtgebiet sicherstellten.
Noch bis spät in die Nacht wurden im gesamten Stadtgebiet Blieskastel insgesamt über 65 Einsatzstellen angefahren und abgearbeitet.
Unterstützt wurde die Feuerwehr neben dem THW St. Ingbert auch durch ein Logistikfahrzeug der Feuerwehr Homburg-Mitte sowie die Rufbereitschaft des Bauhofes Blieskastel mit den LKW-Transportfahrzeugen. „Umgehend haben wir unseren Baubetriebshof mit allen Mitarbeitern der Feuerwehr-Einsatzleitung zur Verfügung gestellt, um eine reibungslose Versorgung mit Sandsäcken sicher zu stellen“, so der Erste Beigeordnete Georg Josef Wilhelm. Georg Wilhelm, der zurzeit die Bürgermeisterin im Urlaub vertritt, war neben Jens Welsch, dem Fachbereichsleiter des Hauptamtes, bis weit nach Mitternacht im Krisenstab der ÖEL auf der Feuerwache im Einsatz. Beide Verwaltungsvertreter machten sich auch persönlich ein Bild vor Ort und sprachen mit den betroffenen Bewohnern.
Die „Örtliche Einsatzleitung“ (ÖEL) wurde in der Einsatzzentrale der Feuerwache Blieskastel-Mitte eingerichtet und durch die Wehrführung sowie den Kreisbrandinspekteur, Uwe Wagner, geleitet und unterstützt. Die ÖEL disponierte 65 Einsätze, mit 189 Feuerwehrleuten und 34 Feuerwehrfahrzeugen. Hinzu kamen das THW mit seinen Helfern sowie der Baubetriebshof mit 10 städtischen Mitarbeitern.
Für die Verpflegung der fast 200 Einsatzkräfte wurde noch in der Nacht der Verpflegungszug der Malteser aus Homburg nachgefordert. Mit genügend warmem Essen waren die Einsatzkräfte danach wieder gestärkt, um weiterarbeiten zu können.
Heute Vormittag, den 05.01.2018 wurden die Blieskasteler Hilfskräfte wieder aktiv. Es mussten Keller leer gepumpt werden, eine Hochwasserspundwand wurde in Breitfurt gesetzt und einige Regeneinläufe wurden kontrolliert und bei Bedarf gereinigt. Die Löschbezirke Blieskastel-Mitte, Breitfurt und Webenheim waren hierzu im Einsatz. Seit 12.00 Uhr laufen die Reinigungsarbeiten in der Feuerwache in Blieskastel. Der Löschbezirk Blieskastel-Mitte ist zurzeit noch bis in die Nachmittagsstunden mit 14 Wehrleuten im Einsatz. „Wir behalten die Bliespegel im Auge, zurzeit stagniert die Hochwasserlage, die Pegel steigen nicht mehr so schnell. Diese Zeit nutzen wir, damit die Sandsacklager wieder aufgefüllt werden können und damit die Einsatzkräfte der Feuerwehr sich erholen. Viele haben weit über das erträgliche Maß hinaus gearbeitet, dafür bedanken wir uns bei der starken Wehr“, so Stadtoberamtsrat Jens Welsch. „Dem kann ich mich nur anschließen, die Einsatzkräfte haben hervorragend gearbeitet, hier ein dickes Lob“, so der Erste Beigeordnete Georg Wilhelm abschließend.

Text: Stadt Blieskastel, Fachgebiet 3.2 Brand- und Zivilschutz.

fotos:
Bild 1 (IMG_7437): Überfluteter Straßenzug in Webenheim /
Fotograf: Steffen Rastetter / Einsatzdokumentation der Feuerwehr der Stadt Blieskastel

Bild 2 (IMG_7443): Sturzbach über die Wattweiler Straße in Webenheim /
Fotograf: Steffen Rastetter / Einsatzdokumentation der Feuerwehr der Stadt Blieskastel

Bild 3 (P1030730): Technischer Hilfeleistungszug in Blieskastel-Mitte im Einsatz /
Fotograf: Eric Dessloch / Einsatzdokumentation der Feuerwehr der Stadt Blieskastel

Bild 4 (P1030732): Symbolfoto Schlauchleitung /
Fotograf: Eric Dessloch / Einsatzdokumentation der Feuerwehr der Stadt Blieskastel

Bild 5 (IMG2410): Stützwand des THW wird in Niederwürzbach aufgebaut /
Fotograf: Günter Schwan / THW St. Ingbert

Geschrieben von: Marco Nehlig Pressebeauftragter Freiwillige Feuerwehr Blieskastel

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Wer Interesse an der aktiven Arbeit der Blieskasteler Feuerwehr hat, kann sich jeden Montag ab 18.45 Uhr in der Feuerwache in der Bliesgaustraße 31 informieren. Auch sind in den „Blieskasteler Nachrichten“ die Ansprechpartner der einzelnen Löschbezirke zu finden.