Regenwasser überflutet Wohnhäuser in Hangard

Hochwassereinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen. Regenwasser überflutet Wohnhäuser in Hangard

Hangard. Durch die starken und anhaltenden Regenfälle am Donnerstag, 4. Januar wurden in den Abendstunden im Neunkircher Stadtteil Hangard mehrere Wohnhäuser überflutet. Die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen sicherte mit mehreren Löschbezirken die Häuser ab und wendete weitere Schäden ab. Gleichzeitig stiegen die Pegel von Blies und Oster im Stadtgebiet stetig auf beachtliche Höhen an, lösten aber keine weiteren Feuerwehreinsätze aus.
Mit den niedergehenden Regenmassen waren die Regenwasserkanäle oberhalb der Hangarder Rohnstraße am Donnerstagabend hilflos überfordert. Von höher gelegenen Grundstücken herangespülte Sand- und Geröllmassen sowie weiteres Treibgut blockierte die eigentlich als Schutz für die Kanäle dienenden Sandfänger. Derartig eingeschränkt konnten die Kanalbauwerke den Wassermassen nicht mehr Herr werden und das Wasser strömte über die Kanäle hinweg in großen Mengen in hangabwärts gelegene Wohnhäuser. Um 18 Uhr wurde nach den Notrufen der Anwohner Alarm für den Löschbezirk Hangard der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen ausgelöst, der umgehend mit seinen beiden Löschfahrzeugen in die Rohnstraße ausrückte. Nur wenig später wurde auch der Löschbezirk Münchwies als Verstärkung hinzugezogen, weil klar wurde das die Kapazitäten der beiden Hangarder Löschfahrzeuge zur Bewältigung der Situation nicht ausreichten.
Schon auf dem Weg nach Hangard mussten die Münchwieser Feuerwehrleute tätig werden und Schlammmassen beseitigen die die Straße zwischen Hanauer und Eigenthaler Mühle überflutet hatten. Mit vereinten Kräften gelang es den Feuerwehrangehörigen aus Hangard und Münchwies erste primitive Barrieren zu errichten, um das Wasser von den Wohnhäusern wegzulenken. Gleichzeitig begann die Feuerwehr damit das Wasser mit mehreren Tauchpumpen und Wassersaugern aus den überfluteten Häusern abzupumpen. Die ersten notdürftigen Barrieren wurden im weiteren Verlauf des mehrstündigen Feuerwehreinsatzes durch einen solideren Sandsackwall ersetzt. Insgesamt 350 Sandsäcke befüllte der ebenfalls hinzugezogene Löschbezirk Ludwigsthal für den Bau des Schutzwalls. Sie wurden mit zwei Logistikfahrzeugen aus den Löschbezirken Neunkirchen-Innenstadt und Münchwies an die Einsatzstelle transportiert und dort ausgelegt. Im Einsatz erhielt die Feuerwehr tatkräftige Unterstützung durch Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofes Neunkirchen (ZBN). Von ihnen wurden Straßensperrungen eingerichtet und fachkundig Hilfestellung in Sachen Kanalbauwerke geleistet werden.
Weil sich der Einsatz bis in die Nachtstunden hinein zog befasste sich der Löschbezirk Münchwies mit der Versorgung der eingesetzten Feuerwehrleute mit Getränken und Essen. Dabei konnte der Löschbezirk Münchwies auf Kontakte zu einem Lebensmittelhändler zurückgreifen. Auch die betroffenen Anwohner und deren Nachbarschaft boten den Feuerwehrleuten die Versorgung mit Getränken im laufenden Einsatz an.
Gegen 00:45 Uhr konnte der Einsatz nach fast sieben Stunden beendet werden. Die Löschbezirke Hangard, Münchwies, Ludwigsthal und Neunkirchen-Innenstadt waren mit 45 Feuerwehrleuten und acht Fahrzeugen in die Sicherungsmaßnahmen in der Rohnstraße eingebunden. Sie wurden durch vier Mitarbeiter des ZBN unterstützt.

text.Christopher Benkert
foto.zbs -mp
red.zbs