Evangelische Kirche bietet Seelsorge und Gespräch an

Statement der Superintendenten der Kirchenkreise Saar-West und Saar-Ost zur Coronakrise. Evangelische Kirche bietet Seelsorge und Gespräch an

„Das Leben entschleunigt sich und es ist Zeit und Raum für Gespräche. Das ist einer der wenigen guten Aspekte des Corona-Virus“, sagt Christian Weyer, Superintendent des Kirchenkreises Saar-West. Angesichts der Verbreitung des Coronavirus im Saarland und in Europa, stünden Pfarrerinnen und Pfarrer selbstverständlich gerade auch für die Sorgen und Ängste, die das Corona-Virus auslöst, als Seelsorgerinnen und Seelsorger in Gesprächen zur Verfügung. In Briefen an die Kirchengemeinden und Pfarrer machten Weyer und Markus Karsch, Superintendent des Kirchenkreises Saar-Ost, deutlich, dass auch Seitens der Kirchen besondere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus ergriffen werden müssen. „Ob Gottesdienste stattfinden oder ob wir sie gerade mit Blick auf die dort stark vertretene Altersgruppe, die ja eher zu den Gefährdeten gehört, absagen, ist eine Entscheidung, die die Presbyterien vor Ort treffen“, erklärt Superintendent des Kirchenkreises Saar-West angesichts der Corona-Krise. Beide stünden hinter den Entscheidungen der Gremien.

Sonntagsgottesdienste
Für die Sonntagsgottesdienste, die stattfinden, gelten besondere Sorgfaltsregeln: Auf das Händereichen und andere körperliche Berührungen sollte unbedingt verzichtet werden. Gesangbücher sollten durch Liedblätter oder Projektionen ersetzt werden. Die Gottesdiensträume sollten gut durchlüftet sein. Ob Gottesdienste trotzdem abgesagt werden, entscheiden letztendlich die Presbyterien vor Ort. „Für alle, die nicht in unsere Kirchen und Gemeindehäuser gehen wollen, gibt es ja Öffentlichkeitsarbeit
der evangelischen Kirchenkreise an der Saar auch Angebote in Fernsehen, Hörfunk und im Internet“, so Weyer. Auf die Feier des Abendmahls sollte zumindest bis zum Gründonnerstag verzichtet werden. „Die evangelische Welt geht nicht unter, wenn wir einmal ein paar Wochen kein Abendmahl feiern. In der Woche vor Ostern werden wir weitere Empfehlungen für die Kar- und Ostertage geben“, beruhigt Weyer.
Größe Gottesdienste oder Festgottesdienste sollten im Gegensatz zu den Sonntagsgottesdiensten abgesagt werden. Es gehe hier um die Mitsorge um das Wohl unserer Gesellschaft: Je mehr Menschen mit dem Virus infiziert würden, desto höher ist die Gefahr für ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen, infiziert zu werden – mit der Folge eines schweren, bzw. tödlichen Krankheitsverlaufs.

Konfirmation
Nachdem das Bundesland Saarland die Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien verfügt hat, appellieren die Superintendenten an die Kirchengemeinden:
 Der Konfirmandenunterricht kann nicht stattfinden
 Konfirmationen, die vor Ostern geplant sind, sollten auf jeden Fall abgesagt werden.
 Kindergottesdienst kann nicht stattfinden
 Kinder- und Jugendgruppen müssen abgesagt werden
Konfirmationen, die nach den Osterferien stattfinden sollten, empfiehlt Weyer ebenfalls abzusagen und auf einen späteren Termin zu verschieben.

Was kann Kirche für die Gesellschaft tun?
„Kirchliches Leben umfasst mehr, als den Gottesdienst am Sonntag oder die Jugendfreizeit oder das große Event. Darum ist jetzt auch die Zeit für die kleinen Dinge, für persönliches Handeln, für direktes Miteinander und vor allem für kreative neue Ideen!“, so Karsch.
Superintendent Weyer appellierte an die Gemeinden, sich nicht aus der Gesellschaft abzumelden. So könnten Gemeindeglieder Menschen, die ihr Haus nicht verlassen können oder dürfen, bei Besorgungen des Alltags unterstützen. Oder Konfirmandenunterricht könnte digital stattfinden. Aber auch Erwachsene können so neue Bereiche kirchlichen Lebens entdecken und Kontakt halten und Gemeinschaft finden, die wir grade jetzt sicherlich dringend brauchen, so Karsch.
Weyer ergänzt abschließend: „Bundeskanzlerin Merkel hat geraten, auf soziale Kontakte so weit wie möglich zu verzichten. Das klingt absurd, ist aber sicher richtig“, betont Weyer. „Bitte helfen Sie also mit, die Infektionsrisiken so gering wie möglich zu halten.“ Karsch ergänzt: Um diese Krise zu meistern, braucht es von uns allen
gemeinsames besonnenes Handeln, unsere gegenseitige Hilfe und unsere Solidarität – mit anderen Worten: es braucht Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe, wie sie uns Jesus Christus geboten hat.“

text.Evangelischen Kirchenkreise an der Saar
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red.zbs / mp