Wieder kein Sieg für den FC Homburg

Langsam wird es peinlich fu¨r den FC Homburg. Wieder kein Sieg für den FC Homburg

Auch im Heimspiel gegen den FC Gießen gab es beim 1:1 Unentschieden wieder keinen Sieg für die Grün-Weißen. Lediglich ein Sieg aus den letzten neun Spielen, so lautet die traurige und zugleich erschreckende schwache Bilanz des selbsternannten Meisterschaftsanwärters.
Erneut rotierte Homburgs inzwischen immer mehr in der Kritik stehende Trainer Mink, auch verletzungsbedingt, fleißig. Gegenu¨ber der Niederlage unter der Woche in Steinbach flogen neben den verletzten Sachanenko und Stegerer, auch Scholz, Weiß, Marceta und Carl aus der Mannschaft, dafür kamen Schuck, Plattenhard, Lienhard, Hoffmann, Hingerl und Dulleck neu in die Anfangsformation. Wer die beiden Winterneuzugänge Scholz und Gösweiner suchte, der musste lange suchen, beide schmorten, trotz fünf mo¨glicher Einwechslungen, 90 Minuten auf der Ersatzbank.
Die 50 Zaungäste sahen einen guten Beginn des FCH und nach neun Minuten auch gleich die frühe Führung, als Lienhard einen Ball aus 17 Metern ins lange Eck schlenzte. Homburg auch in der Folgezeit die bessere Mannschaft und durchaus auch mit guten Chancen. Dulleck setzte nach 27 Minuten einen Schuss aus halblinker Position knapp am Tor vorbei. Kurz danach kam Hoffmann nach einer Hereingabe von Plattenhard nicht richtig an den Ball. Dann stand Dulleck noch zweimal in Blickpunkt, als er zunächst einen Schuss aus der zweiten Reihe knapp am Pfosten vorbei setzte, dann scheiterte er kurz vor der Halbzeit, ebenfalls mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, am Gießener Schlussmann Löhe. Und was machte Gießen? Bis auf einen Schuss von Markovic in der 11. Minute, der über die Latte ging, kam nicht viel von den Hessen.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste dann in der 53. Minute zum überraschenden Ausgleich. Fink flankte unbedrängt in den Homburger Strafraum, Maier blieb coronakonform auf Abstand zu Hoffmann und beobachtete die Situation interessiert, griff aber nicht ein. Der Gießener hatte viel Zeit sich nach der Ballannahme zu drehen und volley das 1:1 zu erzielen. Wer nun dachte, Homburg wu¨rde nochmal aufdrehen, der konnte lange warten. Gießen hatte nun mehr Zugriff auf das Spiel und Homburg kam in den zweiten 45 Minuten praktisch zu keiner Torchance mehr. Aufregung gab es aber doch noch einmal in der 77. Minute als Schiedsrichter Kief dem FCH einen klaren Handelfmeter verweigerte. Sonst passierte in einer schwachen zweiten Homburger Halbzeit nichts mehr. Es blieb beim wieder einmal entta¨uschenden 1:1 Unentschieden.
Viele Fragen sich, was ist mit dem FCH los? Dass die Qualität der Mannschaft nicht für einen Spitzenplatz ausreicht, wissen wir inzwischen alle. Damit war nach der verfehlten Personalpolitik schon fast zu rechnen. Dass es aber so schlecht la¨uft, kommt dann doch überraschend. Verletzungsprobleme wie sie vor der Partie vom Trainer extra nochmal herausgestellt wurden, kann man nicht za¨hlen. Bell Bell und Reuss spielen ohnehin keine Rolle, Stegerer und Sachanenko za¨hlen auch nicht unbedingt als Stammspieler. Letztendlich fehlte aus der Stammformation nur Springfeld, über den in den letzten Wochen viel geschrieben wurde, nur nichts Gutes. Vermisst wird eine klare Strategie. Man hat den Eindruck Trainer Mink ist mit seinem Latein am Ende. Immer wieder die gleichen Wechsel, keine neuen Ideen, nichts kommt da an. Auch immer wieder alles auf fehlendes Spielglück zu schieben und darauf, dass der Gegner aus Wenig Viel macht, greift nicht. Das sind billige Ausreden. Auch immer die Mannschaft in Schutz zu nehmen, dass sie viel gemacht hat, wie heute auch wieder, grenzt an Ratlosigkeit und Verzweiflung. Wer in der zweiten Halbzeit nicht eine einzige Torchance hat, der hat sicherlich keinen Mangel an Defiziten, die anscheinend aber nicht erkannt werden. Ein „weiter so darf es definitiv nicht geben. Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptsponsor müssen sich ernsthaft darüber Gedanken machen, ob Mink noch der richtige Trainer für den FCH ist. Die Entwicklung, die die Mannschaft unter Mink nimmt, geht in eine falsche, bedrohliche Richtung. Der Rückstand auf Platz eins wird immer größer, gleichzeitig wird der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz immer kleiner. Gerade einmal noch sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Einen Sieg aus neun Spielen, ein Punkteschnitt von 1,55 Punkte pro Spiel. Selbst bei Vereinen deren Ziel nicht der Aufstieg ist, wurden schon Trainer für weniger entlassen. Das neue Führungsteam steht nun vor seiner ersten ernsthaften Bewährungsprobe. Viele werden genau beobachten, wie man diese meistert.

Aufstellung: Salfeld – Schuck, Di Gregorio, Maier, Plattenhardt – Ristl – Sommer (83. Carl), Lienhard, Hingerl (63. Weiß), Hoffmann – Dulleck (63. Marceta)

text.zbs / marc Z-
foto.symbol
red.zbs / mp