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Fechinger Talbrücke: Taskforce beschließt die nächsten Schritte

Verkehrsministerin Anke Rehlinger geht davon aus, dass bis Mitte Mai wieder Pkw-Verkehr über die Fechinger Talbrücke fließen kann. Fechinger Talbrücke: Taskforce beschließt die nächsten Schritte

Von Wolfgang Kerkhoff / Saarl. Ministerium

Sie hatte entsprechende Untersuchungen in Auftrag gegeben, um die Belastung der Verkehrsteilnehmer und der Menschen an den Umleitungsstrecken möglichst gering zu halten.

Bei der von der Ministerin geleiteten Sitzung der „Taskforce Brücken“ wurden am Montag, 4. April, entsprechende Ergebnisse der Gutachter vorgestellt. Danach kann durch eine Reihe von Ad-hoc-Maßnahmen das notwendige Sicherheitsniveau erreicht werden, um wieder Pkw-Verkehr auf der Brücke zuzulassen. Ob er dann auf zwei oder vier Spuren gebracht werden kann, entscheidet sich durch weitere Untersuchungen, die voraussichtlich bis Mitte April abgeschlossen werden. In einem weiteren Schritt soll die Verstärkung der Brückenpfeiler bis Ende des Jahres auch wieder Lkw-Verkehr auf der Brücke möglich machen. Im Übrigen werden parallel dazu die Vorbereitungen für einen Ersatzneubau vorangetrieben. Unterdessen wird mit Hochdruck an der Verbesserung der Situation auf den Umleitungsstrecken gearbeitet.

Folgende Ad-hoc-Maßnahmen wurden in der Fachgruppe Brückenbau der Taskforce entwickelt:

Reduzierung des Eigengewichts der Brücke durch Abfräsen der Asphaltschichten und Entfernung der Mittelkappe,
Installation einer Schranken- und Wiegeeinrichtung, um die Zufahrt von Schwerlastverkehr zuverlässig zu verhindern,
Einrichtung einer mobilen Schutzwand zur Trennung gegenläufiger Verkehrsströme.
Die Arbeiten an den Ad-hoc-Maßnahmen werden noch am Montag beginnen.

Das Vorgehen insgesamt wurde gemeinsam mit dem Gutachter „Verheyen Ingenieure“ entwickelt und abgestimmt. Der Gutachter bekräftigte in der Taskforce-Sitzung, dass die Vollsperrung die richtige Entscheidung war: „Unser Befund vom 24. März hatte gezeigt, dass der rechnerische Sicherheitsabstand zwischen Lasteinwirkung und Bauteilwiderstand aufgebraucht ist. Weitere Berechnungen hatten nachgewiesen, dass das erforderliche Sicherheitsniveau auch dann nicht erreicht werden konnte, wenn man den Verkehr nur reduziert, etwa auf Pkw, anstatt voll zu sperren.“ Mit den Ad-hoc-Maßnahmen werde es möglich, einen Teil des Verkehrs ohne Risiko wieder auf die Brücke zu lassen. Um komplett den Zustand vor der Sperrung wieder herzustellen müssten die bereits in Planung befindlichen Verstärkungsmaßnahmen an den Pfeilern abgeschlossen sein.

Ministerin Rehlinger: „Die Vorbereitung dieser Verstärkungsarbeiten ist in der letzten Woche angelaufen. Die entsprechende Fachgruppe in der Taskforce hat gute Arbeit geleistet. Indem wir nicht nur den Prüfingenieur, sondern auch ausführende Firmen schon in die Vorbereitung einbeziehen, sparen wir Zeit. Wichtig ist es jetzt, Klarheit über die Leistungsfähigkeit der restlichen neun Pfeiler zu bekommen. Daran arbeiten die Gutachter mit verstärkten Teams. In der kommenden Woche kann dann entschieden werden, mit welcher Methode der Verstärkung man am schnellsten ans Ziel kommen kann. Auf jeden Fall wird es so sein, dass die benötigten Stahlbauteile Maßanfertigungen sind, so dass Materialvorbereitung und Montage ihre Zeit brauchen. Daher können wir erst in ein paar Monaten genauer sagen, ab wann Lkw-Verkehr wieder möglich sein wird. Wir werden ab morgen im Internet eine Informationsplattform haben, auf der über den jeweils aktuellen Stand der Dinge berichtet wird.“

Neubau ohne Vollsperrung

Thema der Taskforce war auch das weitere Vorgehen bei der Neubauplanung für eine Ersatzbrücke in Fechingen. Diese war 2012 mit einer mittelfristigen Perspektive intern beschlossen worden und wird auf Anordnung der Obersten Straßenbaubehörde nun kurzfristig in Angriff genommen: „Die Brücke soll durch einen Neubau ersetzt werden. Planung, Genehmigungsverfahren und Neubau unterliegen bau-, genehmigungs- und vergaberechtlichen Bestimmungen, die unvermeidbar viel Zeit in Anspruch nehmen. In die Bearbeitung sind neben dem Landesbetrieb sowie Ministerien des Bundes und des Landes auch die Planfeststellungsbehörde und Umwelt-, Natur- und Wasserschutzbehörden eingebunden“, so die Ministerin. Es sei nicht seriös, in der Öffentlichkeit die Erwartung zu wecken, ein Neubau könne im Handstreichverfahren innerhalb kürzester Zeit durchgezogen werden: „Deshalb ist es umso wichtiger, dass parallel zum Neubau die verstärkte Talbrücke befahren werden kann.“

Situation auf den Umleitungsstrecken

Wichtiges Thema der Taskforce am Montag waren auch Verbesserungen an den Umleitungsstrecken. Der Landesbetrieb habe den Auftrag, diese weiter voranzutreiben, sagte die Ministerin. Wie der stellvertretende Direktor des Landesbetriebs, Werner Nauerz, bestätigte, kann eine vom Hersteller mit Mängeln ausgelieferte Signalanlage am Neunkircher Kreuz derzeit nicht eingesetzt werden. Dies habe die weiträumige Umleitung des Lkw-Verkehrs aus östlicher Richtung bisher erschwert. Großformatige Hinweisschilder mussten erst hergestellt werden und werden in Kürze installiert. Auch Verbesserungen an den Ampelschaltungen würden noch angestrebt, etwa an der Camphauser Straße und an der Autobahnabfahrt St.Ingbert West. Ansonsten habe man Baumaßnahmen vorzeitig beendet (wie auf der B40) oder verschoben (wie am Fechinger Kreisel), um die Umleitungsstrecke möglichst störungsfrei zu halten.

Entlastung durch ÖPNV

Das Umsteigen von Pendlern auf den Bahnverkehr könne zur Verbesserung der Situation einen wesentlichen Beitrag leisten, sagte die Ministerin. Auch dies war Thema der Taskforce. Auf der Schiene gibt es mit vier Zugverbindungen pro Stunde in der Stoßzeit ein gutes Angebot zwischen Homburg und Saarbrücken. Hier bestehen außer bei einer Verbindung noch freie Kapazitäten. Die sich bereits heute an der Kapazitätsgrenze bewegende Verbindung (Abfahrt in Homburg um 6:59 Uhr, Ankunft in Saarbrücken 7:30 Uhr) soll verstärkt werden. Auf der Verbindung von Pirmasens über Blieskastel und St. Ingbert nach Saarbrücken gibt es ebenfalls noch freie Kapazitäten.

Um den Autofahrern den Wechsel zum ÖPNV zu erleichtern, soll kurzfristig eine Karte mit P&R-Parkplätzen an Bahn und Saarbahn veröffentlicht werden. Darüber hinaus werden derzeit Möglichkeiten geprüft, an den DB-Bahnhöfen an der Strecke Saarbrücken-Homburg sowie an den Saarbahn-Haltestellen mehr kostenfreie Pkw-Stellplätze bereitzustellen.

Im Busbereich sind die Linien R10 von Blieskastel über den Flughafen zum Saarbrücker Hauptbahnhof sowie die Linie 506 von Blieskastel über St. Ingbert nach Saarbrücken direkt betroffen. Für diese Linien wurden bereits Notfallfahrpläne erstellt und im Internet veröffentlicht, darüber hinaus wurden zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt. Bei der Saarbahn werden Sonderbusse für den Bedarfsfall bereitgehalten. Diese werden aktiviert, wenn ein Bus mehr als 30 Minuten Verspätung habe. Die Abfahrtszeit von Schulbussen wird vorverlegt.

Dies ist eine redaktionelle unbearbeitete Pressemitteilung des Saar. Ministerium.

Anmerkung Elke Eder-Hippler: „Die Maßnahmen der Taskforce greifen.“
Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Elke Eder-Hippler zu den beschlossenen Sofortmaßnahmen der Taskforce Brücken:
„Es ist sehr erfreulich, dass bereits Mitte Mai der PKW-Verkehr wieder zwei- oder sogar vierspurig fließen kann. Bis Ende des Jahres soll durch eine Verstärkung der Brückenpfeiler auch wieder LKW-Verkehr fließen. Die „Taskforce Brücken“ zeigt den richtigen Weg und handhabt die Situation rund um die Fechinger Talbrücke auf hochprofessionelle Art und Weise. Ich bleibe auch dabei, dass es eine mutige und absolut richtige Entscheidung war, die Brücke für den Verkehr zu sperren.
Die Unannehmlichkeiten sind für die Pendler nicht schön – als Homburger Abgeordnete, die täglich nach Saarbrücken pendelt, weiß ich wovon ich rede. Generell können aber nur verkehrliche Maßnahmen beschlossen werden, die man auch verantworten kann. Daher ist es umso wichtiger, dass diese Maßnahmen mit allen Beteiligten abgesprochen werden. Außerdem müssen alle Möglichkeiten immer unter dem Aspekt der Sicherheit ausgelotet werden, wie Ministerin Anke Rehlinger zu Recht betont. Die Verantwortlichen im Verkehrsministerium und im Landesbetrieb haben gezeigt, dass sie die Situation schnell angehen und beherrschen. Dass Umleitungen in dieser Größenordnung nicht von Anfang an ganz reibungslos verlaufen ist selbstredend.
Wenn wir mehr Pendler zum Umsteigen auf den Bus- und Bahnverkehr bewegen können, würde dies zu einer wesentlichen Verbesserung der Situation beitragen. Die Einführung eines Schnupper-Abos, welches die gleichen vergünstigten Konditionen wie das normale Jahres-Abo bietet, ist eine feine Sache. Das Beste daran: bis zur Aufhebung der Brückensperrung kann das Schnupper-Abo wieder gekündigt werden, ohne die preislichen Vorteile zu verlieren. Das bedeutet Einsparungen im Vergleich zu einem Monatsticket zwischen 17 und 39 Prozent. In Kombination mit der Erhöhung der Zugverbindungen in Stoßzeiten auf der Strecke zwischen Homburg und Saarbrücken ist damit bereits ein gutes Alternativangebot für Pendler geschaffen worden.
Besonders hervorzuheben ist hier das kostenlose „Baustellenticket“ für alle Schnupperabonennten, das bis 30. April saarlandweit gilt. Weitere Informationen und Antragsformulare hierzu gibt es auf auf den Websites www.saarvv.de und www.verkehr.saarland.de.